Seelenpflege Heft 4, 2018

Aufmerksamkeit: die Entdeckung eines inneren Potentials
Eine kleine Studie zum 6. Vortrag von Rudolf Steiners «Heilpädagogischem Kurs»
Rüdiger Grimm

Aufmerksamkeit als «schweigendes Wissen» bleibt selbst im Hintergrund verborgen. Sie tritt als Eigenes erst ins Bewusstsein, wenn das Vertraute fremd wird, das Gewohnte durchbrochen und das selbstverständlich Vorausgesetze sich als brüchig erweist.

Lebendige Bilder im Vierschritt
Methodisch-Didaktisches zum Unterricht an Regel- und Förder-Waldorfschulen
Gerhard Hallen

Um Sandroe an den Unterricht heranzuführen, holte Gerda Langen ihn dort ab, wo er sich mit seinen Befangenheiten aufhielt. Wenn er also in der Vorstellung lebte, ein Löwe zu sein, knüpfte sie daran an und liess den Löwen etwas tun, was zum Unterrichtsgegenstand führt. Dann wurde beim Formenzeichnen die Krumme zum Wasserstrahl, der den Durst des Löwen löscht.

Begegnung, gemeinsames Spiel und Üben
Heilpädagogische Frühförderung bei Kindern mit frühkindlichem Autismus
Interview mit Sibylle Grimm

Dieses innere Bild des Kindes bedeutet für mich eine Kraftquelle meiner Arbeit. Damit in Verbindung steht aber ein weiteres: Das gemeinsame Engagement aller mit dem Kind und der Familie beteiligten Fachpersonen.

Die Oberuferer Spiele

Ein Blick zurück nach vorn
Ferdinand Klein

Gedenken
Lillebil Ernestine Toni Fuchs

Rezensionen
Ferdinand Klein: Mit Janusz Korczak
Inklusion gestalten

Impressum















Liebe Leserinnen und Leser

die Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie hat auf Anregung ihres damaligen Leiters Rüdiger Grimm einen thematischen Bogen aufgenommen, indem sie sich jedes Jahr einem Vortrag des Heilpädagogischen Kurses Rudolf Steiners zuwendet und so bis , dem -jährigen Jubiläum des

Kurses, den gesamten Zyklus würdigt. In den Jahren zwischen den zweijährlichen internationalen Tagungen  nden Arbeitstagungen zum jeweiligen Vortrag statt. In den Jahren der grossen Tagungen mit ihren umfassenderen Themen treten diese etwas in den Hintergrund. Umso erfreulicher ist es, dass gleich zwei Beiträge in diesem Heft einen unmittelbaren Bezug zu diesem sechsten Vortrag haben:
Rüdiger Grimm entfaltet eine vieldimensionale Betrachtung der ‹Aufmerksamkeit für die Welt›, deren Bedingungen im Zentrum der Fallstudie von Sandroe stehen, aus welcher sich der Vortrag entwickelt. Dann arbeitet Gerhard Hallen die Grundprinzipien einer di erenzierten Unterrichtsmethodik aus dem didaktischen Ansatz heraus, den Steiner gemeinsam mit dessen Lehrerin, Gerda Langen, für Sandroe entwickelte.
Auch das Interview mit Sibylle Grimm über pädagogische und therapeutische Intervention bei frühkindlichem Autismus berührt die Frage der Aufmerksamkeit, des ‹bei dem Kind seins› der Pädagogin als Voraussetzung einer Entwicklung der Aufmerksamkeit im Kind. Abgerundet wird das Heft mit Blick auf Weihnachten durch Ferdinand Kleins Aufsatz über die Oberuferer Weihnachtsspiele und einem Nachruf auf Lillebil Fuchs, einer Bewohnerin des Sonnenhofs der frühen Tage, die fast die gesamte Entwicklung der anthroposophischen Heilpädagogik und Sozialtherapie miterlebt hat.
Im Namen der Redaktion wünsche ich eine bereichernde Lektüre!

Jan Göschel